Perfektionismus: Substantiv, m

Eigentlich ist das gar nicht der Blogeintrag, den ich seit nunmehr einer Woche plane, aber noch immer nicht zu Papier zu Tastatur gebracht habe. Aber er passt, denn oben genanntes Wort ist genau der Grund, warum ich eben dies nicht bisher tat.

Ich bin extrem perfektionistisch! Nicht mehr in gesundem Maße, sondern in einem, mit dem ich irgendwann mich selbst kaputt machen werde, wenn ich es nicht schaffe, dem etwas entgegenzusetzen. Ich habe Ansprüche an mich selbst, die ich nicht halten kann, sei es im universitären, im Arbeits- oder im Privatleben.

Das wirkt sich auch auf mein Bloggen aus, denn ich habe mindestens ein Dutzend Ideen zu Einträgen, die ich alle nicht schreibe, aus Angst, einen Punkt zu vergessen, etwas missverständlich zu formulieren, das wichtigste Buch / die bekannteste These / den akademischen Diskurs zum Thema nicht zu kennen. Und. Und. Und.

Meist will ich auch noch x-mal etwas umformulieren. Ein besseres Wort finden. Einen Satz grammatikalisch ändern, obwohl er in beiden Formen nicht richtiger oder falscher wäre. Völlig irrelevant und einfach nur zeitraubend.

Es fällt mir zudem schwer, bei Kommentaren zu erkennen, ob meine Aussage kritisiert wird oder ich als Person »angegangen« werde. Bzw.: der Tonfall mancher Kommentator*innen deutet an, dass diese sich darüber selbst nicht ganz im Klaren zu sein scheinen. Daher werde ich in Zukunft alle Kommentare erst nachträglich freischalten, selbst wenn das eine Diskussion zeitlich verzögern könnte. Hassgedöhns wird zudem auf Hatr.org landen (die 59 nicht freigeschalteten Kommentare zum »Friend-Zone«-Rant bleiben eventuell davon verschont, einfach, weil ich diese Kackscheiße gar nicht noch mal lesen möchte).

Ich werde versuchen, mehr und kürzere Einträge zu machen. Ich »muss« schließlich nicht alles abdecken, dazu ist die Kommentarspalte da. Im Gegensatz zu meinen Hausarbeiten bekomme ich hier ja keine Noten.

Ob ich das Vorgenommene einfach so hinkriege, weiß ich nicht. Aber ich plane, gleich morgen den Eintrag zu machen, den ich für diesen hier erst mal verworfen hatte. Ich wünsch mir Erfolg! :)

2 Antworten zu “Perfektionismus: Substantiv, m

  1. Kenji 10.06.2012 um 10:08

    Ich kann die Unsicherheit, die man durch Kritik erfährt, sehr gut nachvollziehen. Man gibt sich dadurch, dass man etwas schreibt, das für Gott und die Welt einsehbar ist, eine Blöße, durch die man sich schnell angegriffen fühlen kann (das Angriffspotential ist schließlich auch ungleich höher).

    Aber auf der anderen Seite sind es doch meist die Beiträge, die über die man sich aufregen kann, die auch am interessantesten sind, oder?

  2. frikasch 30.06.2012 um 0:06

    Irgendwie hatte ich diesen Beitrag von dir übersehen dabei verdient gerade der 1. Teil so viel +1+1+1+1+1+1+1
    Das sei an dieser Stelle nachgeholt.

Ich freue mich immer über Kommentare! Ich werde sie innerhalb von 24 Stunden freischalten – wenn nicht, wird das seine Gründe haben.

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