Angst essen Seele auf…

Ich möchte schreiben.

Schreiben war schon immer mein Ventil, meine Ausdrucksmöglichkeit, meine Art zu kommunizieren.

Tagebücher, Briefe, Geschichten, Berichte…
Wahre Worte oder fiktionale Begebenheiten…

Zeilen für bekannte oder unbekannte Leser.
Zeilen für eine oder mehrere Personen.
Zeilen für niemandem außer mich.

Schreiben war, seit ich zurückdenken kann, meine Flucht aus der Realität, aus dem tristen Alltag.

Schreiben war auch meine Flucht nach vorn, denn mit jedem Buchstaben aus Tinte, Graphit oder Einsen und Nullen habe ich ein Thema, eine Person oder mich selbst konfrontiert.

Ich habe lautlos laut gedacht und dabei gegrollt, gelacht, geweint, gefiebert.

Ich habe geschrieben, wenn ich Jubeln wollte.
Ich habe geschrieben, wenn ich Ärger suchte.
Ich habe geschrieben, wenn ich Trost brauchte.
Meist habe ich geschrieben, weil die nagende Kreativität in mir einfach lauter war als ich.

Und jetzt möchte ich schreiben, kann das Chaos in mir aber nicht mehr sortieren.

Ich habe Angst, weil alles ungewiss ist.
Angst, aber ich kann es nicht aussprechen.

Ich bin wütend, weil andere unvorsichtig sind.
Wütend, aber ich kann es nicht aussprechen.

Ich bin allein, weil ich es nicht gelernt habe, nicht allein zu sein.
Ich bin allein, weil ich immer für andere stark sein wollte und so tu, ich sei stark.
Ich bin allein, weil ich die Nähe anderer nicht verlieren kann, wenn ich sie gar nicht erst zulasse – oder dumm genug war, mir das jahrelang einzureden.

Ich bin schrecklich allein, aber ich kann es trotzdem nicht aussprechen.
Ich kann es nicht aussprechen, und jetzt kann ich es nicht mal mehr schreiben.

Ich möchte einfach nur noch schlafen, bis alles vorbei ist…

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