Nachtrag zum »Friend-Zone«-Rant

Mein Eintrag Nein heißt NEIN! – oder: »Friend-Zone« my Ass! hat wohl ein bisschen die Gemüter erhitzt, wie ich an 15 30 50+ nicht freigeschalteten Kommentaren und endlosen Twitter-Diskussionen feststellen musste. Damit sich die Gemüter vielleicht etwas beruhigen, sage ich noch mal kurz ein paar erklärende Worte dazu:

Das ganze war ein »Rant« (so ist es auch gelabelt), keine lang und mühsam durchdachte Hausarbeit. Klar habe ich hier und da etwas polemisch geschrieben. Ich habe aber meine Auffassung der Begriffe klargestellt und mich dabei auf bestimmte Links und Memes bezogen, die oft wiederum hässliche Kommentare unter sich stehen haben, bei denen mir das Frühstück wieder hochkommt.

Apropos »Frühstück« – dieses Wort definieren wir auch alle unterschiedlich, und so gibt es natürlich auch unterschiedliche Auffassungen von »Friend-Zone«. Meine habe ich mehr als deutlich gemacht. Auch schrieb ich mehr als einmal, dass und warum ich »ein Problem mit diesen Memes« und dem damit transportierten Bild habe und nicht, wie mensch die Problematik des unglücklichen Verliebtseins besser angehen könnte. (Woher soll ich das auch wissen?) Auch habe ich die Begriffe nicht des Wissens wegen gegoogelt, sondern um zu gucken, was denn so in den Top 10 kommt.

Ansonsten, weil so viele Mimimi-du-hast-mich-nicht-freigeschaltet-Kommentare hier eingeflattert sind: auch, wenn ich hier rante, heißt das noch lange nicht, dass ihr das bei mir tun könnt. Schreibt doch eure eigenen Blog-Einträge dazu. Auch Kommentare, in denen »aber alle Frauen«, »das ist nun mal so«, »in der Biologie«, »Feministinnen sind«, »Pick-Up-Irgendwas« etc. schalte ich nicht frei, da ich dem nicht zustimme und keine Lust auf Krieg in der Kommentarspalte habe. Wie gesagt, schreibt eure eigenen Blog-Einträge – Pingbacks schalte ich schon eher frei als teilweise seitenlange Kommentare, warum ihr das alles ganz anders seht und ich mal wieder runterkommen soll.

So, und nun habe ich eigentlich genug Zeit dafür verschwendet, etwas zu schreiben, was sich beim Lesen des ersten Beitrags schon geklärt haben sollte. Ich werde mir auch weiterhin vorbehalten, Kommentare stark zu moderieren, denn das ist hier mein gutes Recht. (Und tagsüber habe ich eh keine Zeit dafür.)

Nominierung zur Bloggerin des Jahres 2011

Nominierungsbild für das "Bloggermädchen2011"

Cool! Darüber habe ich mir ja einen Keks gefreut. :) Danke!

Alle Hintergrundinfos, die Nominierten und die Möglichkeit zur Abstimmung findet ihr bei der Mädchenmannschaft.

Nein heißt NEIN! – oder: »Friend-Zone« my Ass!

Ich habe vorgestern einen ganz bösen Fehler gemacht: ich habe den Begriff »Friend-Zone« gegoogelt und bin sofort auf so viele Texte gestoßen, dass ich gar nicht so viel essen konnte, wie ich mich erbrechen wollte. (Sollte eine_r von euch mal zuviel gespeist und davon Magenschmerzen haben, könnt ihr als Abführmittel mal hier oder hier reinlesen.) Die verlinkten Texte sind nur zwei der Beispiele, die mich bei Google gleich auf der ersten Seite ansprangen. Viel mehr von diesem Scheiß erhielt ich in letzter Zeit über verschiedene Bilderseiten, die ich gerne besuche, was bei mir zu stetig steigendem Unwohlsein geführt hat. Die Aussage, die hinter Memes wie diesem, diesem, diesem oder überhaupt all diesen steht, ist frauenverachtender, als es auf den ersten Blick vielleicht scheinen mag.

Das Konzept der Friend-Zone wird bei Wikipedia folgendermaßen zusammengefasst:

Die Friend-Zone (englisch »Friend zone« = Freundeszone) oder auch Friendship-Zone bezeichnet die soziale Einordnung eines Menschen – meist eines Mannes – als guten Freund. Durch die Einordnung wird der Person die Möglichkeit verwehrt, eine Liebesbeziehung zu beginnen, da der Partner ihn lediglich als Freund und nicht als potenziellen Liebhaber anerkennt. Die Beziehung wird auf der Freundschaftsebene weitergeführt, während der Partner die Aufmerksamkeit des Freundes genießt, jedoch die Möglichkeit hat, sich anderen Menschen zuzuwenden.

Nicht nur, dass sowas überhaupt einen Platz auf Wikipedia gefunden hat, finde ich furchtbar, sondern auch die ekelhaften Formulierungen, die der kurze Text enthält:

Die »soziale Einordnung«, die »die Möglichkeit verwehrt, eine Liebesbeziehung zu beginnen« klingt, als würde hier einem Mann – denn es geht in den Memes zu >90% um Männer – der Besitz(!) einer Frau verweigert werden, obwohl er doch bereits seinen Anspruch(!!) angemeldet hatte. Irgendwie hält die Frau ihn aber an einer ominösen Leine bei sich in der Nähe und quält(!!!) ihn pausenlos damit, dass sie sich gleichzeitig mit anderen Männern vergnügt. Meist ist besagter Mann ein sogenannter (selbsternannter?) NiceGuy™, also ein »zu netter« Mann, der sich nicht als Macho gebärdet, die Frau aber (deshalb) an einen solchen verliert.

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Kleiner Jahresrückblick 2011

Es ist schon 2012! Wow. Die Zeit rast. Es wird das letzte Jahr unserer Welt sein, wenn wir den Maya Glauben schenken wollen… auch wenn ich ja eher an »Theorien« wie solche und ähnliche glaube:

Comic: 2 Männer des Maya-Volkes. Einer zeigt einen großen runden Stein, auf den der Kalender bis 2012 eingemeißelt ist.

Mann 1: "Der Platz reichte nur, um bis 2012 zu gehen." - Mann 2: "Ha! Irgendwann wird mal irgendwer deswegen ausflippen!"

;)

Aber egal, was in Zukunft passieren wird, für mich war schon 2011 ein tolles Jahr!

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Alles Gute!

Meine lieben Leser_innen,

das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und ich denke nicht, dass ich vor 2012 noch mal was bloggen werde, denn es stehen Weihnachten, Treffen mit Freund_innen und (das weniger geliebte) Silvester an. Offenbar hatte ich aber vor genau einem Jahr trotz Weihnachtsstress nicht genug zu tun, denn heute ist nicht nur Heiligabend, sondern – TADA! – auch der erste Geburtstag vom Puzzlestücke-Blog! :) Ich möchte euch herzlich dafür danken, dass ihr bei mir so viele von euren tollen und anregenden Gedanken hinterlassen habt und freue mich auf ein Wiederlesen im neuen Jahr!

Ich wünsche euch ein besinnliches und stressfreies Ausklingen des Jahres, auch, wenn ihr kein Weihnachten feiern solltet. Lasst es euch gutgehen! :)

Fünf vor Burnout

Bisher entgegnete ich auf die Frage, was ich mir denn wünschen würde, wenn ich diesen ominösen »einen Wunsch™« frei hätte, ganz frei heraus: »Mehr Geld!«

Zu 99% folgte daraufhin die Antwort, dass Geld allein nicht glücklich mache blabla, obwohl ich nie »Geld und nichts anderes mehr im Leben« gesagt habe. Die meisten, von denen ich diesen dämlichen Spruch höre, wissen auch gar nicht, wovon ich rede, wenn ich sage, ich hätte kein Geld, sodass ich mir selten die Mühe einer Diskussion mache und lieber wortlos mit den Schultern zucke.

In letzter Zeit fällt mir jedoch auf, dass ich inzwischen sowieso eine andere Antwort geben würde: »Mehr Zeit!«

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»1000 mal berührt«

Dieses Lied, das letztens im Radio lief und das den meisten von euch sicherlich mal über den Weg bzw. die Ohren gelaufen ist, hat mich ja immer etwas gewundert. Warum es das tat, ist jetzt ein sehr persönlicher Eindruck, geprägt durch meine eigenen Erfahrungen; von daher würde ich mich sehr über andere (positivere) Erfahrungen freuen!

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»Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?«

In letzter Zeit schwirren mir immer wieder Gedankenfetzen über Identitäten und Selbstbezeichnungen durch den Kopf. Ausgelöst wurde dies durch den Blogeintrag Helfen Identitäten? Es wird persönlich von Bäumchen und weiter angekurbelt durch die (leider nicht mehr online verfügbare) Dokumentation Meine Seele hat kein Geschlecht sowie durch den Text Aneignung und Subversion. von Nadine Lantzsch. Einige meiner Gedankenfetzen sind vermutlich noch nicht ganz schlüssig, aber ich schreibe sie jetzt einfach mal nieder. (Ich hoffe inständig, euch nicht mit irgendwas davon auf die Füße zu treten! Falls doch, sagt es mir bitte, und wenn es nur ein Link oder so ist.)

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Zu dick, zu dünn, zu flach, zu kurvig? Alles Humbug!

Gemälde badender Frauen mit ganz verschiedenen Figurtypen

Pierre-Auguste Renoir: »Les Grandes Baigneuses« (1887)

In diesem Semester habe ich endlich mal wieder die Zeit gefunden, mich für einen Sportkurs anzumelden. Der fand am Mittwoch das erste Mal statt, und schon wenige Sekunden nach Betreten der Umkleide fühlte ich mich wieder in meine Schulzeit zurückversetzt; zu ähnlich waren die Verhaltensweisen.

Viele der anwesenden Frauen (zw. 20 und 60 Jahren) zogen sich unter teilweise erstaunlich akrobatischen Verrenkungen um, damit so wenig Haut wie möglich sichtbar wurde, die Blicke zu Boden gesenkt und alles ganz husch-husch. Zwischendurch hörte ich untereinander geflüsterte Entschuldigungen, dass keine Zeit gewesen wäre, die Beine zu rasieren oder dass die Oberschenkel nicht mehr so straff wären, weil die Zeit für mehr Sport fehle. Oder auch, dass die Haare leicht fettig wären, weil Wind und Mütze und so. Während ich das alles hörte, zog ich mich ebenfalls in Windeseile um, wohlwissend über meine unrasierten Beine, meine ganz gewiss nicht straffen Oberschenkel und meine zerzausten Haare, deren nächster Waschgang erst für den Abend angesetzt war. Nicht mal an farblich aufeinander abgestimmte Unterwäsche hatte ich gedacht!

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Aktiv(istisch) genug, um Feminist_in zu sein?

Gestern Abend war ich Zuhörerin einer Diskussion, die sich »Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk« nannte. Dies ist der Text zum Event:

In den letzten 15, 20 Jahren war Feminismus gewissermaßen einerseits in Richtung systemintegratives gender mainstreaming und andererseits Solidarität mit Trans- und Intersexuellen verschoben.
Ohne sowohl die Notwendigkeit einer solchen Solidarität als auch die Notwendigkeit des Kampfes um Reformen auch unter den gegebenen Bedingungen zu bestreiten, ist doch festzustellen, dass beides dazu führte, dass revolutionärer Feminismus wie auch die revolutionäre Linke im allgemeinen weitgehend von der politischen Bühne verschwand und klassische feministische Themen wie Männergewalt gegen Frauen, Hausarbeitsverteilung in den Hintergrund rückten.
Die Slutwalks bedeuten gegenüber einer solchen Entwicklung einen politischen Einschnitt von historischer Tragweite: Das Geschlechterverhältnis zwischen Männern und Frauen ist zurück auf der politischen Tagesordnung!
Die männerfreundliche Strategie des ‚Allen wohl und niemandem weh’, die sowohl in der Rhetorik von gender mainstreaming als auch von deutscher queer politics artikuliert wird, wird von jeder Vergewaltigung einer Frau durch einen Mann; durch jedes Klo, das ein Mann sich zu putzen weigert; durch jeden Cent, den ein Mann mehr verdient als eine Frau; durch jede Frau, der durch einen Mann das Wort abgeschnitten wird, als illusorisch erwiesen.
Wir wollen bei der Veranstaltung diskutieren, ob es möglich ist, diesen neuen feministischen Impuls der Slutwalks jenseits von Kampagnenpolitik und event-hopping zu verstetigen und organisatorische Verbindlichkeit zu geben.

Abgesehen davon, dass diese Diskussion überhaupt keine war, sondern gleich zu Beginn völlig unstrukturiert aus dem Ruder lief und die Vertreterin der FrauenLesben-Gruppe AMIGA gegen Ende sogar mit diskriminierenden Aussagen aufwartete, hätte ich wohl den Text etwas genauer lesen sollen, um festzustellen, dass »revolutionärer Feminismus« sowieso nicht meins ist, weil ich nicht politisch aktiv bin. Nichtsdestotrotz hätte es ja eine spannende Veranstaltung werden können.

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